Über EWD – Esterer WD GmbH
EWD – Esterer WD GmbH mit Standorten in Altötting und Reutlingen – ist einer der führenden Hersteller von Sägewerksanlagen weltweit. Mit über 150 Jahren Erfahrung im Maschinen- und Anlagenbau für Sägewerke vereint EWD tiefes technisches Know-how mit dem Anspruch an höchste Präzision und Zuverlässigkeit. Das Produktportfolio umfasst Profilspaner, Bandsägen, Kreissägen und Profilieraggregate sowie die zugehörige Transporttechnik und Handling – alles aus einer Hand.
Mit einer Exportquote von über 80 % beliefert EWD Sägewerke auf der ganzen Welt. Die eingesetzten Maschinen laufen häufig im Mehrschichtbetrieb unter höchster mechanischer Belastung –
Stillstandszeiten sind nicht tolerierbar. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an Verfügbarkeit, Wartbarkeit und die Lebensdauer der eingesetzten Komponenten.
Ausgangssituation
In industriellen Sägewerken gehören die Lagerungen der Werkzeugwellen und Vorschubeinheiten zu den am höchsten belasteten Komponenten. Hohe Drehzahlen, Schlagbelastungen durch das Holz sowie der allgegenwärtige Holzstaub stellen die Wälzlager vor extreme Bedingungen.
Die bisherige Praxis sah zeitbasierte Nachschmierintervalle vor – unabhängig vom tatsächlichen Zustand des Schmierstoffs. Das führte in der Praxis zu zwei gegenläufigen Problemen:
- Unterversorgung: Bei Fehlern in manueller oder Ausfällen der automatischen Schmierung kommt es zu starker Belastung der Lager – mit der Folge vorzeitiger Lagerschäden.
- Überschmierung: In weniger belasteten Betriebsphasen wurde zu viel Frischfett zugeführt, was zu Übertemperaturen, erhöhtem Fettverbrauch und unnötigem Wartungsaufwand führte.
EWD suchte daher nach einer Lösung mit zwei Zielrichtungen: Zum einen sollte sie Rückschlüsse auf die tatsächlich wirkenden Belastungen ermöglichen, um die Konstruktion und den Bearbeitungsprozess zu optimieren. Zum anderen sollte sie Aufschluss über den Schmierzustand innerhalb des Lagers geben, um die Schmierintervalle zu optimieren und vorzeitigen Ausfällen vorzubeugen. Dazu sollte der Zustand kontinuierlich und direkt im Lager überwacht und Nachschmierung nur dann ausgelöst werden, wenn sie tatsächlich notwendig ist.
Zielsetzung
Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts wurden folgende Ziele definiert:
- Belastungsanalyse im Betrieb: Rückschlüsse auf die tatsächlich wirkenden Belastungen, um die Konstruktion und den Bearbeitungsprozess zu optimieren.
- Bedarfsgerechtes Nachschmieren: Auslösung der Nachschmierung nur auf Basis des gemessenen Schmierstoffzustands – nicht nach starren Zeitintervallen.
- Vermeidung von Überschmierung: Schutz vor übermäßigem Fetteintrag, der zu Hitzestau, Dichtungsschäden und unnötigem Verbrauch führt.
- Lagerlebensdauer verlängern: Durch optimale Schmierungsbedingungen die Betriebsdauer der Lager signifikant erhöhen und ungeplante Ausfallzeiten vermeiden.
Lösung: Überwachung durch HCP Sense
HCP Sense rüstete die Lagerung eines neuartigen EWD-Profilieraggregates mit dem Sensorsystem aus. Die Impedanzmessung erfolgt direkt an den Lagerringen und liefert in Echtzeit ein präzises Bild des aktuellen Schmierstoffzustands – einschließlich Verschmutzungsgrad durch Feststoffe wie Holzstaub.
Die Sensorik wurde in die bestehende Lagerung integriert, ohne größere Modifikationen an der Welle oder dem Gehäuse vornehmen zu müssen
Sobald der Schmierstoffzustand einen definierten Schwellwert unterschreitet, gibt das System ein Signal an die Zentralschmieranlage. Die Nachschmiermenge wird dabei in Abhängigkeit vom gemessenen Zustand dosiert – nicht nach einem festen Zeitplan.
Ergebnisse
Erkennung von Holzstaubverunreinigung
Bereits bei geringen Partikelkonzentrationen registrierte das System messbare Veränderungen in der Impedanz des Schmierstoffs – deutlich früher als über Temperaturmessung (die erst den anbahnenden Lagerschaden erkennt) erkennbar gewesen wäre. Die Messwerte korrelierten direkt mit den eingebrachten Verschmutzungsgraden und bestätigten die Zuverlässigkeit der Methode.
Bedarfsgerechte Nachschmierung
Durch die zustandsbasierte Nachschmierung kann der Fettverbrauch gegenüber dem bisherigen zeitgesteuerten System reduziert werden.
Vermiedene Überschmierung
In Phasen geringerer Belastung blieb die Nachschmierung aus, wo sie bisher routinemäßig ausgelöst worden wäre. Dies vermeidet Temperaturspitzen durch übermäßigen Fetteintrag.
Mehrwert für EWD und Anlagenbetreiber
- Erstmalige Echtzeit-Sichtbarkeit des Schmierstoffzustands direkt im Lager.
- Reduzierter Schmierstoffverbrauch durch Vermeidung unnötiger Nachschmierungen.
- Schutz vor Lagerfrühausfällen durch Überschmierung, Überlastung oder Dichtungsschäden.
- Nahtlose Integration in die bestehende EWD-Maschinensteuerung über digitale Schnittstelle.
Fazit
Die Zusammenarbeit mit EWD zeigt, wie stark sich der zuverlässige Betrieb von Maschinen von bedarfsgerechter Schmierung abhängt, sodass Mangel- und Überschmierung vermieden wird. HCP Sense macht diesen Bedarf sichtbar, bevor der Schaden entsteht. Durch die direkte Messung im Lager, gekoppelt mit der automatischen Nachschmiersteuerung, wird aus einer reaktiven Wartungsmaßnahme eine aktive Schutzfunktion – mit messbarem Nutzen für Verfügbarkeit, Lebensdauer und Betriebskosten.

